W.
Wirkliche und Mögliche Welten
Strategien der Ausstattung möglicher Welten

Wissenschaftliche Darstellungsverfahren – alphabetisch geordnete Beschreibungen von Orten, Wesen, Objekten, Chroniken, topographische Darstellungen, kulturwissenschaftliche, historiographische, naturkundliche Abhandlungen, Artenlehren, physikalische und biologische Modelle sowie deren jeweilige mediale Darbietungsformen - können in den Dienst der Ausstattung möglicher Welten genommen werden, um den Leser mit einer möglichst kohärenten Alternativwelt von hochgradiger »Wirklichkeitsanmutung« zu versorgen. Besonders im Bereich der Fantasy-Literatur ist es nicht ungewöhnlich, daß die in Romanen und Erzählungen beschriebenen Welten eine solche stützende Darstellung in Form von parawissenschaftlichen Kompendien des Wissens erfahren, welche die entsprechenden fiktionalen Wirklichkeiten nochmals aufbereiten, vielleicht auch ausspinnen und mit ihren eigenen Mitteln ausdifferenzierend erweitern. Solche Ausstattung narrativ erzeugter ›möglicher Welten‹ durch quasi- oder parawissenschaftliche Darstellungen kann dabei sowohl von den Verfassern der Romane oder Erzählungen selbst vorgenommen werden, sie kann aber auch von anderen vorgenommen werden – von Einzelnen wie von Kollektiven. (Ob dies aus dem Bedürfnis heraus geschieht, sich und anderen ein möglichst hohes Maß an Illudierung zu ermöglichen, oder ob Vermarktungsaspekte leitend sind, ist hier eine zweitrangige Frage; beides schließt sich auch keineswegs aus.)